M45 - Plejaden

m45 01-12-2024

M45, besser bekannt als die Plejaden oder das Siebengestirn, ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Stier (Taurus), etwa 444 Lichtjahre von der Erde entfernt. Dieser Haufen ist eines der bekanntesten und am leichtesten erkennbaren Objekte am Nachthimmel und wurde von Charles Messier 1771 in seinen Katalog aufgenommen. Die Plejaden faszinieren seit Jahrtausenden durch ihre Helligkeit und Schönheit und bieten Astronomen Einblicke in die Entwicklung junger Sterne und die Dynamik stellarer Gruppen.


Die Plejaden bestehen aus etwa 1.000 Sternen, von denen sieben mit bloßem Auge unter guten Bedingungen sichtbar sind: Alcyone, Atlas, Electra, Maia, Merope, Taygeta und Pleione. Diese hellen Sterne sind heiße, blaue Sterne vom Typ B, die etwa 20 bis 30 Mal so massereich wie die Sonne sind. Alcyone, der hellste Stern des Haufens, hat eine Leuchtkraft von etwa 1.000 Sonnen. Der gesamte Haufen hat einen Durchmesser von etwa 13 Lichtjahren und ist von einem schwachen Reflexionsnebel umgeben, der aus Staub besteht, der das Licht der Sterne reflektiert.

Dieser Nebel, besonders auffällig um Merope, ist kein Überrest der ursprünglichen Molekülwolke, aus der die Sterne entstanden sind, sondern eine zufällige Staubwolke, durch die die Plejaden derzeit hindurchziehen. Die bläuliche Färbung des Nebels entsteht durch die Streuung des Lichts der heißen Sterne an den winzigen Staubpartikeln. Der Haufen selbst ist relativ jung – etwa 100 Millionen Jahre alt – und seine Sterne befinden sich noch in der Hauptreihe ihres Lebenszyklus, in der sie Wasserstoff zu Helium fusionieren.


Die Plejaden sind ein ideales Studienobjekt für die Evolution junger Sterne. Ihr Alter und ihre Nähe ermöglichen detaillierte Beobachtungen, etwa mit dem Hubble-Weltraumteleskop oder dem Gaia-Satelliten, der präzise Entfernungen und Bewegungen der Sterne gemessen hat. Diese Daten zeigen, dass der Haufen gravitativ gebunden ist, sich aber langsam auflöst, da die Sterne durch ihre Eigenbewegungen auseinanderdriften. In etwa 250 Millionen Jahren wird M45 als erkennbarer Haufen nicht mehr existieren.

Die hellen Sterne der Plejaden sind massereich und werden ihre Brennstoffreserven schneller verbrauchen als sonnenähnliche Sterne. Einige, wie Pleione, zeigen bereits Anzeichen von Veränderungen, etwa durch schnelle Rotation und das Abwerfen von Materialschalen. Zudem wurden im Haufen braune Zwerge und substellare Objekte entdeckt, die nicht genug Masse haben, um die Wasserstofffusion zu starten, was unser Verständnis der Sternentstehung erweitert.


Die Plejaden sind mit bloßem Auge sichtbar und ein beliebtes Ziel für Amateurastronomen. Mit einem Fernglas oder kleinen Teleskop enthüllen sich Dutzende weiterer Sterne und der zarte Nebel. Die beste Beobachtungszeit ist im Herbst und Winter, wenn der Stier hoch am Himmel steht. Astrofotografisch bieten die Plejaden ein beeindruckendes Bild mit ihren leuchtenden Sternen und dem schimmernden Nebel.

Kulturell spielen die Plejaden eine große Rolle. In der griechischen Mythologie waren sie die sieben Töchter des Titanen Atlas, die in den Himmel versetzt wurden. Viele Kulturen, von den Maori bis zu den alten Ägyptern, nutzten ihren Aufgang zur Zeitbestimmung, etwa für die Landwirtschaft. In Japan sind sie als "Subaru" bekannt, was den Namen des Automobilherstellers inspirierte.