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Anmerkungen zur Programmlogik


Bildzuschnitt (Crop)


Ein Astro-Bild sollte an den Rändern keine Ausfransungen aufweisen, da dieses einerseits die Ästhetik stört und insbesondere Operationen wie die Gradientenentfernung fehl schlagen. Die nachfolgende Darstellung illustriert die Strategie, welche InstantSiril für den Bildzuschnitt wählt:
autocrop

Links ist das Ergebnisbild dargestellt mit 3 Zuschnitten von aussen nach innen. Rechts ist als Illustration das von der Seestar Software gestackte Bild dargestellt. Im ersten Schritt wird das Ergebnisbild auf genau den Bildausschnitt der Referenz von der Seestar-Software zugeschnitten. Das ist der Grund weshalb ein gestacktes Bild immer mit in das Quellverzeichnis kopiert werden soll. Dieses wird ausschließlich für den Zuschnitt verwendet, ansonsten nicht. Falls kein gestacktes Referenzbild gefunden werden kann, wird das erste Bild der Sequenz als Alternative verwendet.

Im zweiten Schritt wird untersucht, ob das Bild tiefschwarze Randbereiche aufweist, welches in der Illustration in der oberen rechten Ecke dargestellt ist. Falls das der Fall sein sollte, wird das Bild so beschnitten, dass dieser Bereich weg fällt. Bei Mosaikbildern kann es zu solchen Zuständen kommen.

Als finaler dritter Schritt wird das Bild zur Sicherheit nochmals prozentual gleichmäßig an den Kanten beschnitten so wie es in den Einstellungen vorgegeben ist.

Mischen von IR-Cut- und LP-Bildern


Es können Bilder mit IR-Cut-Filter (RGB) und Light-Pollution-Filter (Dual-Narrow-Band) gemischt werden. Sie können einfach in dem gleichen Quellverzeichnis abgelegt werden. InstantSiril erkennt dieses, bearbeitetet beide Varianten zunächst getrennt und mischt diese dann am Ende zu einem Gesamtbild zusammen. In dieser Konstellation werden dann immer die Sterne aus der IR-Cut-Sequenz verwendet.

Wenn in den Einstellungen das Stretching mit VeraLux aktiviert ist, geht InstantSiril davon aus, dass der Anwender die finalen Bildbearbeitungsschritte selbst machen will und erzeugt aus dem Light-Pollution Daten zusätzlich einen Ha- und OIII-Kanal und stellt diese Daten als Stern-freies Ergebnis zur Verfügung.

Bild-Tiefe


Je mehr Bilddaten zur Verfügung stehen, desto besser. Die Bearbeitungszeit und das Datenvolumen steigt dann natürlich entsprechend. Je nach Bildanzahl verwendet InstantSiril intern verschiedene Stacking-Algorithmen und versucht per Drizzle die das optische Auflösungslimit auszureizen. Das finale Bild kann u.U. eine etwas höhere Auflösung haben als der verwendete Kamera-Sensor. Lange Belichtungszeiten tragen somit zur Auflösungsverbesserung bei und schwächere Signale werden im Bild sichtbar. Man kann Bilddaten von dem gleichen Objekt über mehrere Nächte sammeln.

Vorbereitung der Bilddaten


Schlechte Bilddaten sind kontraproduktiv für das Endergebnis. Es sollten alle Ausgangsbild einmal gesichtet und schlechte Bilder gelöscht werden. Ich verwende hierzu die "Browser-Ansicht" des Programms "GraphicConverter". Das Programm kann praktisch alle Grafikdateiformate lesen und somit auch .fit-Dateien. In der Browser-Ansicht kann man schnell durch die Liste scrollen schlechte Bilder direkt löschen.

Fokus auf Deepsky


InstantSiril ist auf die Verarbeitung der Dateien von Deepsky-Aufnahmen vom Seestar-Teleskop ausgelegt. Aus den Dateinamen werden die für die Verarbeitung relevanten Informationen auslesen. Das Programm wurde mit dem S30-pro Modell getestet und ich gehe davon aus, dass die anderen Seestar-Modelle Dateien mit der gleichen Namens-Konvention erzeugen. Die aktuelle Version ist nicht für die Verarbeitung von Kometen geeignet, da ausschließlich auf Sterne kalibriert wird.

Film-Emulation


Die Film-Emulation ist eine kleine nicht so ernst gemeinte Spielerei. Ich habe versucht die Anmutung von einigen Fuji-Filmen nachzubilden. Wenn diese Option ausgewählt ist, wird eine zusätzliche Datei mit der Emulation erzeugt. Man kann dann vergleichen ob einem das zu dem "normalen" Ergebnis besser gefällt.

Ergebnis-Vielfalt


InstantSiril legt immer mehrere Versionen von dem Ergebnisbild ab, z.B. grundsätzlich die lineare Version zusätzlich zur gestretchten Fassung. Der Anwender soll die Möglichkeit haben das zu wählen was zu seiner Präferenz passt, z.B. ein direktes Ergebnis für einen schnellen Instagram-Post und eine Fassung welches mit Bildbearbeitungsschritten noch deutlich verbessert werden kann.

Bearbeitungsprotokoll


Bei der Bildentwicklung wird eine Protokoll-Datei mit dem Namen "object_data.txt" erzeugt. Diese kann man sich sichern, um später nachzuvollziehen mit welchen Parametern die Software gearbeitet hat.

Die Template-Vorlage kann folgende Variablen-Platzhalter und Steuer-Sequenzen enthalten:

Variablen
  • (Objectname) - Name des Aufnahmeobjekts, von den Quelldateien hergeleitet
  • (DD) - Aufnahmedatum: Tag
  • (MM) - Aufnahmedatum: Monat
  • (YYYY) - Aufnahmedatum: Jahr
  • (Devicename) - Name des Aufnahmegeräts wie in den Einstellungen festgelegt
  • (IRCUT-Count) - Anzahl der Aufnahmen mit IR-Cut-Filter
  • (IRCUT-Time) - Länge einer einzelnen Aufnahme mit IR-Cut-Filter in Sekunden
  • (LP-Count) - Anzahl der Aufnahmen mit LP-Filter
  • (LP-Time) - Länge einer einzelnen Aufnahme mit LP-Filter in Sekunden
  • (Integrationtime) - Gesamtaufnahmezeit in Stunden
  • (BGE) - Für Gradientenentfernung verwendetes Modul
  • (Denoise) - Für Entrauschen verwendetes Modul
  • (Denoise Amount) - Stärkeeinstellung für Entrauschen
  • (Deconvolution) - Für Bildschärfung verwendetes Modul
  • (DC non-Stellar) - Stärke der Bildschärfung für Bild ohne Sterne
  • (DC Stellar) - Stärke der Bildschärfung für Sterne
  • (Star Removal) - Für Sternentfernung verwendetes Modul
  • (Savety Crop) - Bildzuschnitt gemäß Voreinstellung
  • (Drizzle Factor) - Bildvergrößerungsfaktor durch Drizzle
  • (Drizzle Kernel Size IRCut) - Größe der Drizzle-Tropfen für IR-Cut Aufnahmen
  • (Drizzle Kernel Size LP) - Größe der Drizzle-Tropfen für LP Aufnahmen

Steuersequenzen
  • ###ircut: :ircut### - Der Text zwischen diesen Ausdrücken erscheint nur wenn Aufnahmen mit IR-Cut-Filter vorhanden sind
  • ###lp: :lp### - Der Text zwischen diesen Ausdrücken erscheint nur wenn Aufnahmen mit LP-Filter vorhanden sind
  • ###IRandLP: :IRandLP### - Der Text zwischen diesen Ausdrücken erscheint nur wenn sowohl Aufnahmen mit IR-Cut- als auch mit LP-Filter vorhanden sind

Daten Management


Grundsätzlich werden keine Quelldaten verändert. InstantSiril arbeitet immer mit lokalen Kopien. Falls lokale Einstellungen vorgenommen werden, dann wird im Quellverzeichnis eine Text-Datei hinzugefügt. Das ist die einzige Ausnahme in Hinblick auf Veränderung der Datenquelle.
Bei der Ausführung von InstantSiril werden alle Dateien im Ordner "InstantSiril" im Siril Arbeitsverzeichnis gelöscht und Arbeitskopien für den neuen Bearbeitungsauftrag angelegt. Von InstantSiril direkt im Siril-Verzeichnis erzeugte Dateien werden nicht gelöscht und ggf. durch gleichnamige Ergebnisse des aktuellen Auftrags ersetzt.

>>> Anwendungsbeispiele
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